Polarisierende Werbung von Ashley Madison: Seitensprung-Portal wirbt mit Seehofer, Schwarzenegger und Clinton

Any publicity is good publicity! Diesen PR-Leitspruch wird Horst Seehofer sicherlich nicht mehr unterschreiben wollen, nachdem er seit einigen Tagen unfreiwillig eingerahmt von Ex-Gouvernator Arnold Schwarzenegger und Ex-US-Präsident Bill Clinton über dem Berliner Alexanderplatz thront.
Was unter anderen Umständen sicherlich schmeichelhaft für den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer dürfte im vorliegenden Fall für eine deutliche Verstimmung des CSU-Politikers geführt haben.
Politische Größen als Botschafter für den diskreten Seitensprung instrumentalisiert
Denn geht es keineswegs um die politischen Errungenschaften der drei Abgebildeten. Vielmehr handelt sich die Abbildung um ein Werbebanner des kanadischen Seitensprung-Portals AshleyMadison. Übereinstimmenden Medienberichten von Spiegel Online, der Süddeutschen und anderen Publikationen zufolge, hängt das Plakat am Berliner Alexanderplatz an der Fassade eines Hotels. Abgebildet sind die Porträts von Schwarzenegger, Seehofer und Clinton und darüber steht in großen Buchstaben: "Was haben diese drei Männer gemeinsam?" Die Antwort erhält der interessierte Passant unter den Fotos: "Sie hätten besser Ashley Madison nutzen sollen."
Erste Reaktion: Kein Kommentar
In der Bayerischen Staatskanzlei will man zur polarisierenden Seitensprung-Werbung mit Seehofer deshalb partout nichts sagen. "Kein Kommentar", lautet hier die knappe Reaktion seiner Sprecherin. Es darf also gespannt abgewartet werden, ob das Seitensprung-Portal AshleyMadison um Gründer Noel Bidermann rechtliche Konsequenzen zu erwarten hat.
Diese würde es nur geben, wenn einer der auf dem Plakat abgebildeten Personen auf eine Verletzung der eigenen Persönlichkeitsrechte klagen würde. Dass jedoch Seehofer, Clinton oder Schwarzenegger tatsächlich Anwälte anheuern, ist bei aller moralischen Fragwürdigkeit der Werbekampagne zweifelhaft. Sie werden kaum ein Interesse daran haben, ihre Affären vor Gericht nochmals durchleuchten zu lassen, denn damit würde die Kampagne von AshleyMadison noch mehr Aufmerksamkeit gewinnen.

So muss Werbung sein: einprägsam! Ich habe seit den Sixt-Kampagnen nichts besseres in Erinnerung. Dass es den drei Herren nicht schmeckt, kann ich mir aber auch vorstellen.
Das ist ja wohl ein bisschen sehr platt...
Da hat sich Aschley Madison schon einen witzigen Marketing Gag einfallen lassen. Ob man sich nun ausgerechnet Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger oder Horst Seehofer aussuchen würde, wenn man nach Casual Dating sucht, das würde ich bezweifeln. Aber insgesamt ist das eine super interessante und innovative Guerilla Marketing Kampagne.