Flirten am Arbeitsplatz

Etwa ein Drittel des Tages verbringen wir auf der Arbeit. Nicht selten entstehen unter Kollegen richtige Freundschaften, die auch nach Feierabend gepflegt werden. Da in Büros und an sonstigen Arbeitsstätten jedoch in den seltensten Fällen geschlechtsspezifisch homogene Gruppen agieren, verbringt man zwangsläufig auch viel Zeit mit dem anderen Geschlecht auf der Arbeit, die häufig und gerne zum Anbändeln genutzt wird.
So bietet die gemeinsame Mittagspause beispielsweise ein ideales Terrain, um die Person Ihres Interesses besser kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und bestimmte für Sie wichtige Dinge oder Sichtweisen ganz nebenbei abzuklopfen. Doch bedenken Sie, dass Sie sich beim Flirt am Arbeitsplatz stets auf dünnem Eis bewegen. Ein Schritt zu viel kann schnell das kollegiale Miteinander trüben. Ein gesundes Maß an Höflichkeit und zurückhaltendem Interesse ist hiermit jedoch nicht gemeint. Wenn das Interesse nach einer Phase des Abtastens stärker wird, spricht nichts dagegen, außerhalb des Betriebes oder in einem Brief gegenüber der betroffenen Person die Karten aufzudecken. Natürlich erfordert auch dieser Schritt ein gewisses Maß an Mut, er eröffnet dem Gegenüber zugleich aber auch auf dezentem Wege die Möglichkeit, sein Interesse zu bestätigen oder aber sein Desinteresse kundzutun.
Wenn sich aus dem Flirt am Arbeitsplatz eine Affäre oder gar eine Liebesbeziehung entwickelt, ist Fingerspitzengefühl erforderlich. Bedenken Sie, dass Sie sich immer noch auf Ihrem Job befinden und Leistung erbringen und bestimmte Vorgaben erreichen müssen. Gefühlsduselei und übermäßige Hormonausschüttung dürfen nie Ihre Arbeitsleistung schmälern und können auch von Ihren Kollegen ablehnend aufgefasst werden. Seien Sie daher ruhig liebevoll und sorgsam im Umgang mit Ihrem Partner, ohne dies aber vor den anderen Kollegen zur Schau zu stellen. Teeniemäßiges Knutschen im Fahrstuhl oder schmalzige Treueschwüre am Kantinentisch werden Sie in der Beliebtheitsskala Ihrer Kollegen definitiv nicht nach vorne katapultieren.
Tipps für den unverfänglichen Flirt am Arbeitsplatz
Gehen Sie also sowohl in der Flirtsituation als auch im Fall einer Partnerschaft mit einem Betriebsangehörigen sehr sensibel vor. Aus diesem Grund finden Sie an dieser Stelle acht Tipps für den diskreten und unverfänglichen Büroflirt:
- Bevor Sie jemanden anflirten, sollten Sie zunächst versuchen, ihn wirklich kennenzulernen. Nichts wirkt anziehender als aufrichtiges Interesse an der eigenen Person. Besonders Männer vergessen dies häufig beim Flirten und agieren lieber wie Jäger und Sammler. Und das Frauen ungern eine Trophäe gesehen werden, darf als Tatsache angesehen werden.
- Lachen verbindet. Unterhaltsame Menschen gewinnen in Windeseile die Sympathien anderer. Auch Sie können sicherlich mit einer lockeren Art bei dem Kollegen Ihres Interesses punkten, sollten dabei allerdings humoristische Minenfelder meiden und nicht zu aufgesetzt wirken.
- Wie das Lachen können auch Blicke verbinden. Vorausgesetzt Ihr Blick wirkt freundlich und offen und ist nicht zu intensiv oder aufdringlich. Lächelt er/sie auffallend gerne und häufig zurück, kann davon ausgegangen werden, dass er/sie dem Flirt nicht abgeneigt ist.
- E-Mails und Post-its sind als Flirtmedium heutzutage nicht zu unterschätzen. Auch hier gilt, dass ein pfiffiges Kompliment durchaus Dinge ins Rollen bringen kann, flapsige oder schlüpfrige Bemerkungen im Härtefall aber sogar juristisch gegen Sie verwendet werden können.
- Seien Sie hilfsbereit. Ihre Mithilfe bei einem Projekt wird gleichermaßen unverfänglich wie kollegial gewertet werden und wird Ihnen zahlreiche Gelegenheiten eröffnen, Ihr Gegenüber besser kennenzulernen.
- Mittags- und Kaffeepausen sind idealer Aufhänger, um das Gespräch mit der Kollegin oder dem Kollegen Ihres Interesses zu vertiefen. Über den beruflichen Small-Talk kommen Sie auf diesem Wege schnell auch auf andere Themengebiete zu sprechen und können so feststellen, ob sich hinter der optischen Anziehungskraft auch ein gewinnbringendes Wesen verbirgt. Sollten Sie anfangs zu schüchtern sein, um alleine mit der Person zum Essen zu gehen, nehmen Sie einfach einen Kollegen mit. Dieser kann sich dann ja nach Absprache vor dem Kaffee aus einem wichtigen Grund vorzeitig verabschieden.
- Seien Sie diskret und halten Sie ein Mindestmaß an Abstand ein. Sie müssen in der Lage sein, Absagen hinzunehmen. Wenn Ihr Gegenüber Ihre Einladung zu einem gemeinsamen Essen ablehnt, dürfen Sie zwar fragen, ob Sie die Einladung noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt aussprechen dürfen, sollte dies allerdings ebenfalls abgelehnt werden, sollten Sie die Entscheidung akzeptieren können. Wenn Sie daruafhin Druck aufbauen, wird die Situation für alle Beteiligten nur unnötig schmerzhaft. Deshalb gehört es auch dazu, dass Sie auch in Flirtsituationen versuchen sollten, sich ein gesundes Maß an Selbsteinschätzung zu bewahren und ein offenes Auge für die nonverbalen Signale Ihres Kollgen haben.
- Beachten Sie Hierarchien! Intensivere Freundlichkeiten gegenüber Untergebenen können als Belästigung ausgelegt werden, Flirts mit Vorgesetzten hingegen echte Karrierekiller sein. Natürlich kann man sich die Gefühle für einen bestimmten Menschen nicht aussuchen, aber die besten Aussichten beim Flirt am Arbeitsplatz haben Flirts auf Augenhöhe.

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